Dieses Dokument findet sich auf der Internetseite: http://www.www.diskurs.org
Druckdatum: 11.09.2010 00:40
Letzte Änderung des Dokuments: 26.01.2005 20:15
Der Diskurs e.V. entstand aus der Überzeugung heraus,
dass Politik viel mehr ist, als Parlamente und Parteien, dass Politik überall dort ist, wo Menschen ihre Interessen wahrnehmen und artikulieren, Entscheidungen gefällt werden und über das gesellschaftliche Leben nachgedacht wird,
dass Bildung selbstbestimmt sein muss und unmittelbar an die Interessen der Teilnehmenden anknüpfen sollte,
dass Kommunikation eine Grundvoraussetzung für alle gesellschaftlichen Prozesse ist,
und dass beides, Politik und Bildung, spannend sein können, und eine Grundvoraussetzung für ein lebendiges und vielfältiges Miteinander darstellen.
Als wir im Sommer 1999 den Diskurs e.V. in Jena gründeten, gab es kaum Angebote politischer (Jugend)bildung im Umkreis Jena. In der Stadt selbst existierten einige Vereine, die politische Bildung unter vielen anderen Bildungszielen formulierten, jedoch kaum über die nötigen Ressourcen und Kompetenzen verfügten, politische Bildung als Schwerpunkt ihrer Arbeit anzubieten.
So war das erklärte Ziel der Gründungsmitglieder des Diskurs, vor allem Jugendlichen in und um Jena, sowie in Ostthüringen, verschiedene Angebote politisch-sozialer Bildung zu machen. Fast alle MitarbeiterInnen des Diskurs steckten damals noch mitten in ihrem Studium. Aus unterschiedlichen Fachrichtungen kommend, brachten Sie alle Erfahrungen in der Bildungs- und Jugendbildungsarbeit mit, die sich in der Zusammenarbeit ideal ergänzen konnten.
Bis heute wird sämtliche Arbeit im Verein selbst ehrenamtlich geleistet. Dies macht eine kontinuierliche Arbeit natürlich nicht einfacher. Da der DisKurs e.V. über keinerlei Regelförderung verfügt, muß die Finanzierung jedes einzelnen Projektes aufs neue gesichert werden.
Zusätzlich zu frei ausgeschriebenen Veranstaltungen arbeiten wir mit verschiedenen Kooperationspartnern wie z.B. Schulen zusammen.
So sind zu einem festen Schwerpunkt des Vereins die Seminare zur "Arbeits- und Lebensorientierung in einer sich verändernden Arbeitsgesellschaft" geworden, die wir vor allem Schulen im Thüringer Raum anbieten.
Die Idealbedingungen für politische Bildung - das eigene Interesse und die Freiwilligkeit der Teilnehmenden - kann man in diesem Fall freilich nicht voraussetzen. Umso mehr versuchen wir auch hier, die Veranstaltungen zusammen mit den Schülerinnen und Schülern zu planen und zu gestalten. In jedem Fall aber handelt es sich bei dem Thema ";Arbeit" wohl mit um die wichtigste politische Frage, für die es gilt, in den nächsten Jahren vernünftige Konzepte zu entwerfen.
Das angesprochene Dilemma bleibt aber und lässt sich folgendermaßen auf den Punkt bringen: Ein emanzipatorischer Ansatz in der Politischen Bildung ist darauf angewiesen, dass die Teilnehmenden nicht nur selbst ihre Bedürfnisse und die zugrunde liegende Fragen in den Bildungsprozess einbringen können, sondern die Bildungsangebote von sich aus freiwillig wahrnehmen und als Erweiterung ihrer Möglichkeiten erleben können.
Dennoch scheint es in der momentanen Situation sinnvoll, konkrete Angebote z.B. an Schulen zu richten, bei denen eine große Nachfrage an bedarfsgerechten Bildungskonzepten zu einzelnen Themen besteht.
Für die kommenden Jahre planen wir verstärkt Bildungsangebote in drei Schwerpunktbereichen. Der erste knüpft an die bereits erwähnten Seminare zur "Arbeits- und Lebensorientierung in einer sich verändernden Arbeitsgesellschaft" an. Hier ist unser Ziel, auch künftig Schulen diese Veranstaltungen anbieten zu können und darüber hinaus größere und langfristigere Projekte, die über die einzelne Schule hinaus gehen, zu initiieren und länger andauernde Diskussionen zur Arbeitsgesellschaft und den Veränderungen unseres Sozialstaates anzuregen.
Einen zweiten Schwerpunkt werden Angebote zur Demokratie-, Toleranz- und Menschenrechtserziehung sein, die in letzter Zeit Teil unserer Angebote geworden sind. Hier ist ein wichtiges Ziel, diese nicht isoliert als einzelne Veranstaltung anzubieten, sondern in integrierte Konzepte, die Jugendlichen selbst Handlungs- und Beteiligungsmöglichkeiten in ihrer Lebenswelt aufzeigen und eröffnen, einzubauen.
Als dritter Schwerpunkt wurde das Angebot für die Umweltbildung stark ausgebaut: Aus der Erkenntnis heraus, dass sich Umweltbildung nicht von politischen, sozialen und wirtschaftlichen Themen trennen läßt. Unter der Bezeichnung "Nachhaltige Umweltbildung" ist diese Haltung heute in aller Munde. Zunächst geht es erst einmal um die Sensibilisierung für dieses Thema. Gleichzeitig sollen Fähigkeiten vermittelt werden, erstens die Konsequenzen menschlichen Handeln in verschiedensten Richtungen einzuschätzen, zweitens diese Erkenntnisse auch in Handeln münden zu lassen: Für eine menschliche Kultur in einer Welt, in der auch unsere Nachkommen noch so leben können wie wir.
Seit 2001 sind wir ausser in Jena auch in Dresden präsent und bieten Veranstaltungen im Raum Sachsen an.
Diskurs e.V.
Schillergäßchen 5
07745 Jena
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