4 Jahre DisKurs e.V.
Der Diskurs e.V. entstand aus der Überzeugung
heraus,
dass Politik viel mehr ist, als Parlamente und
Parteien, dass Politik überall dort ist, wo Menschen ihre
Interessen wahrnehmen und artikulieren, Entscheidungen gefällt
werden und über das gesellschaftliche Leben nachgedacht wird,
dass Bildung selbstbestimmt sein muss und
unmittelbar an die Interessen der Teilnehmenden anknüpfen
sollte,
dass Kommunikation eine Grundvoraussetzung für
alle gesellschaftlichen Prozesse ist,
und dass beides, Politik und Bildung, spannend
sein können, und eine Grundvoraussetzung für ein lebendiges
und vielfältiges Miteinander darstellen.
3 Jahre Diskurs 1999-2001 und ein Blick in die
Zukunft...
Als wir im Sommer 1999 den Diskurs e.V. in Jena
gründeten, gab es kaum Angebote politischer (Jugend)bildung im
Umkreis Jena. In der Stadt selbst existierten einige Vereine, die
politische Bildung unter vielen anderen Bildungszielen formulierten,
jedoch kaum über die nötigen Ressourcen und Kompetenzen
verfügten, politische Bildung als Schwerpunkt ihrer Arbeit
anzubieten.
So war das erklärte Ziel der
Gründungsmitglieder des Diskurs, vor allem Jugendlichen in und
um Jena, sowie in Ostthüringen, verschiedene Angebote
politisch-sozialer Bildung zu machen. Fast alle MitarbeiterInnen des
Diskurs steckten damals noch mitten in ihrem Studium. Aus
unterschiedlichen Fachrichtungen kommend, brachten Sie alle
Erfahrungen in der Bildungs- und Jugendbildungsarbeit mit, die sich
in der Zusammenarbeit ideal ergänzen konnten.
Bis heute wird sämtliche Arbeit im Verein
selbst ehrenamtlich geleistet. Dies macht eine kontinuierliche Arbeit
natürlich nicht einfacher. Da der DisKurs e.V. über
keinerlei Regelförderung verfügt, muß die
Finanzierung jedes einzelnen Projektes aufs neue gesichert werden.
Zusätzlich zu frei ausgeschriebenen
Veranstaltungen arbeiten wir mit verschiedenen Kooperationspartnern
wie z.B. Schulen zusammen.
So sind zu einem festen Schwerpunkt des Vereins
die Seminare zur "Arbeits- und Lebensorientierung in einer sich
verändernden Arbeitsgesellschaft" geworden, die wir vor
allem Schulen im Thüringer Raum anbieten.
Die Idealbedingungen für politische Bildung -
das eigene Interesse und die Freiwilligkeit der Teilnehmenden - kann
man in diesem Fall freilich nicht voraussetzen. Umso mehr versuchen
wir auch hier, die Veranstaltungen zusammen mit den Schülerinnen
und Schülern zu planen und zu gestalten. In jedem Fall aber
handelt es sich bei dem Thema ";Arbeit" wohl mit um die
wichtigste politische Frage, für die es gilt, in den nächsten
Jahren vernünftige Konzepte zu entwerfen.
Das angesprochene Dilemma bleibt aber und lässt
sich folgendermaßen auf den Punkt bringen: Ein
emanzipatorischer Ansatz in der Politischen Bildung ist darauf
angewiesen, dass die Teilnehmenden nicht nur selbst ihre Bedürfnisse
und die zugrunde liegende Fragen in den Bildungsprozess einbringen
können, sondern die Bildungsangebote von sich aus freiwillig
wahrnehmen und als Erweiterung ihrer Möglichkeiten erleben
können.
Dennoch scheint es in der momentanen Situation
sinnvoll, konkrete Angebote z.B. an Schulen zu richten, bei denen
eine große Nachfrage an bedarfsgerechten Bildungskonzepten zu
einzelnen Themen besteht.
Für die kommenden Jahre planen wir verstärkt
Bildungsangebote in drei Schwerpunktbereichen. Der erste knüpft
an die bereits erwähnten Seminare zur "Arbeits- und
Lebensorientierung in einer sich verändernden
Arbeitsgesellschaft" an. Hier ist unser Ziel, auch künftig
Schulen diese Veranstaltungen anbieten zu können und darüber
hinaus größere und langfristigere Projekte, die über
die einzelne Schule hinaus gehen, zu initiieren und länger
andauernde Diskussionen zur Arbeitsgesellschaft und den Veränderungen
unseres Sozialstaates anzuregen.
Einen zweiten Schwerpunkt werden Angebote zur
Demokratie-, Toleranz- und Menschenrechtserziehung sein, die in
letzter Zeit Teil unserer Angebote geworden sind. Hier ist ein
wichtiges Ziel, diese nicht isoliert als einzelne Veranstaltung
anzubieten, sondern in integrierte Konzepte, die Jugendlichen selbst
Handlungs- und Beteiligungsmöglichkeiten in ihrer Lebenswelt
aufzeigen und eröffnen, einzubauen.
Als dritter Schwerpunkt wurde das Angebot für
die Umweltbildung stark ausgebaut: Aus der Erkenntnis heraus, dass
sich Umweltbildung nicht von politischen, sozialen und
wirtschaftlichen Themen trennen läßt. Unter der
Bezeichnung "Nachhaltige Umweltbildung" ist diese Haltung
heute in aller Munde. Zunächst geht es erst einmal um die
Sensibilisierung für dieses Thema. Gleichzeitig sollen
Fähigkeiten vermittelt werden, erstens die Konsequenzen
menschlichen Handeln in verschiedensten Richtungen einzuschätzen,
zweitens diese Erkenntnisse auch in Handeln münden zu lassen:
Für eine menschliche Kultur in einer Welt, in der auch unsere
Nachkommen noch so leben können wie wir.
Seit 2001 sind wir ausser in Jena auch
in Dresden präsent und bieten Veranstaltungen im Raum Sachsen
an.
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