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Schulische Bildung funktioniert beispielsweise in form der Notenbewertung
schon lange als Wettbewerb, mit den immer wieder diskutierten Vor-
und Nachteilen. Im ersten Teil des Vortrages war schon vom Konzept
der Schlüsselkompetenzen die Rede: Selbst-, Sozial-, Methoden- und
Sachkompetenz. Selbst wenn sie nicht einer expliziten Leistungsbewertung
unterstehen, sehen sich doch Lehrer zunehmend vor das Problem gestellt,
Schülerinnen und Schüler zur Entwicklung dieser Schlüsselqualifikationen
regelrecht anzuhalten. Nicht für umsonst tauchen sie, wie gesagt,
auch in den Empfehlungen des Thüringer Kultusministeriums zum fächerübergreifenden
Thema Berufsorientierung auf: es geht um Kompetenzen, die von der
Wirtschaft eingefordert werden. Nur: was für Sachkompetenz noch nachvollziehbar
ist, wird für Sozial- oder gar Selbstkompetenz fast unvorstellbar.
Wie kann man Schüler zum sozialen Umgang miteinander anhalten, wenn
sie genau darin in Wettstreit miteinander treten sollen. "Wer
gewinnt den Wettkampf um die beste Kooperation?" ist eine
absurde Frage. Wenn soziales Lernen zum Ziel wird, das der Lehrer
oder die Lehrerin setzt, entsteht wie Klaus Holzkamp sagt, folgende
Situation:
"Die Schülerinnen/Schüler konkurrieren hier vor dem bewertendem
Lehrer mit den anderen darum, als vergleichsweise besonders "solidarisch"
und hilfsbereit anerkannt zu werden." (Holzkamp 1995, 551)
Solidarität und Kooperation als vorgegebene Lernziele und Kriterien
des Erfolgs in schulischen Situationen, welche prinzipiell unter Bewertungsgesichtspunkten
stehen, provozieren selbstwidersprüchliche Situationen, in denen
Schülerinnen und Schüler als Gruppe nur versagen können.
Nils-Adam-Oktober-2001
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