Arbeits-und Lebensorientierung in einer sich
verändernden Arbeitsgesellschaft
Für das Leben lernen wir. Das galt früher,
und gilt heute immer noch. Das (Arbeits-)Leben ändert sich
jedoch fortwährend. Bedeutete eine gute Schulbildung und
Ausbildung noch vor nicht allzu langer Zeit nicht nur einen
gesicherten, sondern oftmals auch einen lebenslangen Arbeitsplatz, so
ist heute beides keineswegs mehr selbstverständlich.
Vielfach ist von einem Wandel der Arbeit die Rede,
manche postulieren gar, dass unsere "Arbeitsgesellschaft"
ihrem Ende zugeht. Besonders interessant und brisant ist diese
Diskussion natürlich für die, die mitten in ihrer
Ausbildung stehen, für Schülerinnen und Schüler, für
Auszubildende oder für Studierende.
Die Seminare, die sich mit Arbeit,
Lebensorientierung und der "Zukunft der Arbeitsgesellschaft"
beschäftigen sind mittlerweile zu einem festen Bestandteil des
Programms von DisKurs geworden.
Neben der Frage nach dem eigenen Lebensentwurf und
der persönlichen Berufswahl geht es bei den ein- bis dreitägigen
Schulprojekten auch um Themen wie Arbeitslosigkeit, dem Sinn von
Arbeit, der "Zukunft der Arbeit" und alternative
Ansichten zu Erwerbsarbeit und Ökonomie.
Ziel ist es, Jugendlichen zu ermöglichen,
sich mit all dem auseinander zu setzen, was für sie im Kontext
von Arbeit und Berufswahl von Interesse sein könnte. Das
bedeutet auch, sich zum Beispiel die Frage zu stellen, wie man
persönlich mit Arbeitslosigkeit umgehen würde oder ob es
Alternativen zur Erwerbsarbeit gibt. Berufsorientierung darf nicht
heißen, persönliche und soziale Bedürfnisse den
scheinbaren Zwängen des Arbeitsmarktes zu unterwerfen. Vielmehr
muss sie Jugendliche handlungsfähig machen im Umgang mit den
vielfältigen und oft widersprüchlichen Anforderungen
unserer Arbeitswelt.
In den Projekttagen seit Mai 2000 bekommen
SchülerInnen die Möglichkeit mit verschiedenen
aktivierenden Methoden zum Beispiel ihre persönlichen
Lebensvorstellungen in Lebensgebäuden zu versinnbildlichen oder
sich auf einem fiktiven Klassentreffen im Jahr 2020 zu treffen, um
sich gegenseitig von ihren Lebensläufen zu erzählen.
Höhepunkt bei den mehrtägigen
Seminaren ist z.B. eine Reportage, bei der Kleingruppen mit Reportergeräten
losziehen und andere Menschen in Betrieben, Geschäften oder auf
der Straße zu ihren persönlichen Lebensläufen und
ihren Vorstellungen von Arbeit befragen. In einer "Pressekonferenz"
stellen sich die einzelnen Gruppen ihre Ergebnisse vor. Da gibt es
viel zu diskutieren über den "Traumjob", die "faulen
Arbeitslosen", über Hausarbeit und die eigenen
Vorstellungen vom Leben.
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